top of page

Arzt findet nichts: Was tun bei körperlichen Beschwerden ohne Befund?

vor 4 Tagen
10 Min. Lesezeit

Du spürst, dass etwas nicht stimmt. Vielleicht hast du Schmerzen, Schwindel, Übelkeit, ein Kloßgefühl im Hals, Herzklopfen oder andere körperliche Beschwerden. Du warst deshalb bereits bei einer Ärztin oder einem Arzt, vielleicht sogar bei mehreren Fachrichtungen. Es wurden Untersuchungen gemacht – doch eine Erklärung, die wirklich zu deinen Beschwerden passt, gibt es bislang nicht.


Das kann zunächst erleichtern: Es wurde nichts Bedrohliches gefunden. Gleichzeitig sind die Beschwerden weiterhin da.


Und irgendwann entsteht möglicherweise die Frage: Wenn medizinisch nichts gefunden wird – bilde ich mir das dann ein? Ist es psychisch? Oder wurde doch etwas übersehen?

Ein unauffälliger Befund bedeutet zunächst nur, dass die bisherigen Untersuchungen keine ausreichende Erklärung für deine Beschwerden ergeben haben. Er bedeutet weder, dass du dir deine Symptome einbildest, noch beweist er automatisch eine psychische Ursache.


In diesem Beitrag geht es deshalb vor allem um die Frage, wie du sinnvoll weiter vorgehen kannst, wenn körperliche Beschwerden bleiben, die medizinische Diagnostik aber keine klare Ursache liefert. Außerdem erzähle ich dir, wie ich in meiner Privatpraxis in München mit dir arbeiten würde.




Das Wichtigste in Kürze


  • Körperliche Beschwerden sind real, auch wenn Untersuchungen keine eindeutige Ursache zeigen.

  • Ein unauffälliger Befund bedeutet nicht automatisch, dass Beschwerden psychisch verursacht sind.

  • Weitere Diagnostik kann sinnvoll sein. Nicht jede theoretisch mögliche Untersuchung ist jedoch automatisch hilfreich.

  • Wenn Beschwerden neu auftreten, sich deutlich verändern oder stärker werden, sollte die medizinische Situation neu beurteilt werden.

  • Es kann hilfreich sein, den bisherigen Verlauf und die Untersuchungen bei einer ärztlichen Ansprechperson zusammenzuführen.

  • Psychotherapie kann ergänzend sinnvoll sein, wenn die Beschwerden, die damit verbundene Unsicherheit oder mögliche Belastungen zunehmend das Leben bestimmen. Sie setzt keine nachgewiesene psychische Ursache voraus.




Inhaltsverzeichnis





Was bedeutet „körperliche Beschwerden ohne Befund“?


„Ohne Befund“ ist zunächst eine alltagssprachliche Formulierung. Medizinisch ist die Situation oft etwas differenzierter.

Eine Blutuntersuchung, ein Ultraschall, ein EKG oder eine andere Untersuchung beantwortet immer bestimmte medizinische Fragen. Ist eine Untersuchung unauffällig, bedeutet das also nicht automatisch: Mit meinem Körper ist definitiv alles in Ordnung.


Es bedeutet zunächst, dass sich mit dieser Untersuchung kein auffälliger Befund ergeben hat, der die Beschwerden ausreichend erklärt.


Welche weiteren Untersuchungen sinnvoll sind, hängt von den jeweiligen Symptomen, ihrem Verlauf, möglichen Vorerkrankungen und davon ab, was bereits abgeklärt wurde.


Bei manchen länger anhaltenden Beschwerden wird medizinisch von funktionellen Körperbeschwerden gesprochen. Damit sind Beschwerden gemeint, für die sich keine eindeutige körperliche Erklärung finden lässt. „Funktionell“ bedeutet dabei nicht „eingebildet“ und auch nicht automatisch „psychisch“. IQWiG und gesund.bund weisen ausdrücklich darauf hin, dass solche Beschwerden real und teilweise sehr belastend sein können.


Wenn du genauer verstehen möchtest, was Begriffe wie psychosomatisch, funktionell und somatoform bedeuten und wie körperliche und psychische Faktoren zusammenwirken können, findest du dazu eine ausführliche Einordnung in meinem Beitrag über psychosomatische Beschwerden.




Wenn du dich mit deinen Beschwerden nicht ernst genommen fühlst


Besonders belastend kann die Situation werden, wenn zu den Beschwerden das Gefühl kommt:

Niemand glaubt mir wirklich, wie schlecht es mir damit geht.

Vielleicht hast du den Satz gehört: „Da ist nichts.“ Oder es wurde sehr schnell Stress oder die Psyche ins Spiel gebracht, obwohl sich für dich noch gar nicht geklärt anfühlt, was eigentlich mit deinem Körper passiert.


Auch unterschiedliche Erklärungen verschiedener Ärztinnen und Ärzte können verunsichern. Wenn jede Fachrichtung einen anderen Teil betrachtet, kann irgendwann das Gefühl entstehen, dass niemand das Gesamtbild sieht.


Dieses Erleben ist kein Randphänomen. Untersuchungen zu anhaltenden körperlichen Beschwerden zeigen, dass sich Betroffene in medizinischen Kontakten teilweise nicht ernst genommen, psychologisiert oder in ihrer Glaubwürdigkeit infrage gestellt fühlen.


Dabei muss zwischen zwei Dingen unterschieden werden:

Eine Ärztin oder ein Arzt kann nach sorgfältiger Diagnostik zu dem Ergebnis kommen, dass eine bestimmte Erkrankung unwahrscheinlich ist.

Das ist etwas anderes als:

„Deine Beschwerden sind nicht real.“


Du musst deine Beschwerden nicht erst durch einen Laborwert oder ein Bildgebungsverfahren legitimieren. Gleichzeitig ist es sinnvoll, offen dafür zu bleiben, dass eine gute medizinische Einordnung irgendwann auch bedeuten kann, nicht immer weiter nach einer bislang unentdeckten Erkrankung zu suchen.

Gerade dieser Zwischenraum kann schwierig sein: die Beschwerden ernst nehmen, ohne jede Unsicherheit durch immer neue Diagnostik beseitigen zu wollen.





Warum beruhigt ein unauffälliger Befund manchmal nur kurz?


Ein normales Untersuchungsergebnis kann zunächst große Erleichterung bringen.

Das EKG ist unauffällig. Die Blutwerte sind in Ordnung. Im Ultraschall wurde nichts Auffälliges gefunden.

Dann meldet sich das Symptom wieder, und damit vielleicht auch der Gedanke:

„Aber irgendetwas muss doch dahinterstecken.“

Das ist zunächst nachvollziehbar. Schließlich verschwindet das eigene körperliche Erleben nicht automatisch dadurch, dass eine Untersuchung unauffällig war.

Manchmal beginnt dann eine längere Suche nach Sicherheit: noch eine Untersuchung, noch eine zweite Meinung, noch einmal Symptome googeln oder den eigenen Körper immer genauer beobachten.


Das bedeutet auch nicht automatisch, dass eine Krankheitsangst besteht. Wenn allerdings zunehmend die Angst vor einer schweren Erkrankung in den Mittelpunkt rückt, medizinische Rückversicherung nur sehr kurz beruhigt und Googeln oder Körperscanning viel Raum einnehmen, kann sich zusätzlich eine eigene Angstproblematik entwickeln. Mehr dazu findest du in meinem Beitrag über Krankheitsangst und Hypochondrie.




Was kannst du tun, wenn Ärzte keine Ursache finden?


Wenn Beschwerden bleiben, gibt es nicht den einen nächsten Schritt, der für alle Menschen richtig ist. Hilfreicher kann es sein, die Situation etwas zu ordnen.



Bisherige Untersuchungen und den Verlauf zusammenführen


Gerade wenn bereits mehrere Praxen beteiligt waren, kann es sinnvoll sein, Arztbriefe, Laborergebnisse und andere Befunde zusammenzuhalten.


Auch ein knapper zeitlicher Überblick kann helfen: Wann haben die Beschwerden begonnen? Sind sie dauerhaft oder kommen sie phasenweise? Haben sie sich verändert? Was wurde bereits untersucht? Welche Behandlungen oder Medikamente wurden ausprobiert?

Das erspart nicht nur doppelte Untersuchungen. Es erleichtert auch einer behandelnden Ärztin oder einem Arzt, den bisherigen Verlauf als Ganzes zu beurteilen.



Eine ärztliche Ansprechperson behalten


Bei länger anhaltenden Beschwerden kann es hilfreich sein, eine hausärztliche oder andere ärztliche Ansprechperson zu haben, bei der die verschiedenen Informationen zusammenlaufen.

IQWiG und gesund.bund nennen Hausärztinnen und Hausärzte ausdrücklich als wichtige erste Anlaufstelle bei unklaren beziehungsweise funktionellen Körperbeschwerden. Je nach Symptomen können natürlich zusätzlich entsprechende Fachrichtungen notwendig sein.


Für ein Gespräch können konkrete Fragen hilfreich sein:

  • Was wurde bisher untersucht?

  • Welche Ursachen sind dadurch unwahrscheinlicher geworden?

  • Gibt es noch sinnvolle weitere Untersuchungen?

  • Welche Veränderungen sollte ich beobachten?

  • Wann sollte ich wiederkommen?

  • Was kann ich unabhängig von einer endgültigen Diagnose bereits tun?



Weitere Diagnostik gezielt fortsetzen


Wenn Beschwerden anhalten, entsteht schnell der verständliche Wunsch, wirklich alles untersuchen zu lassen.

Mehr Diagnostik bedeutet allerdings nicht automatisch mehr Sicherheit.

Bei immer mehr Untersuchungen steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass zufällige oder zunächst unklare Auffälligkeiten entdeckt werden, die mit den eigentlichen Beschwerden gar nichts zu tun haben. Daraus können wiederum weitere Untersuchungen und neue Sorgen entstehen. Deshalb empfehlen aktuelle Gesundheitsportale, zusätzliche Diagnostik gezielt an den Beschwerden, ihrem Verlauf und einer konkreten medizinischen Fragestellung auszurichten.


Die entscheidende Frage ist also nicht:

„Wurde wirklich jede denkbare Untersuchung gemacht?“

Sondern eher:

„Ist das, was medizinisch bisher abgeklärt wurde, für meine Beschwerden und ihren bisherigen Verlauf angemessen?“

Diese Frage kann nur ärztlich im individuellen Fall beantwortet werden.



Beobachten, ohne den Körper ständig zu kontrollieren


Es kann sinnvoll sein, eine Zeit lang zu beobachten, wann Beschwerden stärker oder schwächer werden.

Dabei können zum Beispiel körperliche Belastung, Schlaf, Medikamente, Essen, bestimmte Situationen oder längere Belastungsphasen eine Rolle spielen.

Ein kurzes Protokoll kann helfen, Muster sichtbar zu machen.


Es sollte aber nicht dazu führen, dass du jede kleine Veränderung deines Körpers den ganzen Tag ständig überprüfst. Wenn die Beobachtung selbst zunehmend Angst auslöst oder der Körper dauerhaft im Mittelpunkt deiner Aufmerksamkeit steht, ist das ein anderes Problem als eine hilfreiche Verlaufsbeobachtung.



Das eigene Leben nicht auf Pause stellen


Die Suche nach einer Erklärung kann irgendwann so viel Raum einnehmen, dass vieles andere zurücktritt.

Dann darf neben der Frage

„Was ist die Ursache?“

auch eine zweite Frage stehen:

„Was kann mir jetzt helfen, meinen Alltag und meine Lebensqualität trotz der noch offenen Fragen wieder etwas zurückzugewinnen?“

Das bedeutet nicht, Beschwerden zu ignorieren oder sich mit ihnen einfach abzufinden.

Es bedeutet, dass Unterstützung und Veränderung nicht zwingend erst dann beginnen müssen, wenn jede medizinische Frage abschließend beantwortet ist.


Infografik: was tun, wenn Ärtzte keine Ursachen finden? Mögliche nächste Schritte bei körperlichen Beschwerden ohne klaren Befund



Wann sollte trotz unauffälliger Befunde erneut ärztlich abgeklärt werden?


Ein früher unauffälliger Befund bedeutet nicht, dass alle späteren Beschwerden automatisch dieselbe Erklärung haben.

Eine erneute medizinische Einschätzung ist insbesondere sinnvoll, wenn Beschwerden neu auftreten, deutlich stärker werden, sich charakteristisch verändern oder zusätzliche Symptome hinzukommen.

Welche Warnzeichen wichtig sind, hängt stark von der Art der Beschwerden ab. Deshalb lässt sich für einen organübergreifenden Beitrag keine vollständige Liste nennen.


Bei plötzlich sehr starken, akut bedrohlich wirkenden oder lebensgefährlichen Beschwerden sollte nicht auf eine psychosomatische oder psychotherapeutische Einordnung gewartet werden. In einem medizinischen Notfall gilt in Deutschland die 112.

Auch bei bereits länger bestehenden Beschwerden bleibt medizinische Begleitung sinnvoll, wenn sich etwas verändert.




Wann kann Psychotherapie bei Beschwerden ohne klare Ursache sinnvoll sein?


Psychotherapie ist nicht automatisch der nächste Schritt, nur weil Untersuchungen bisher keine ausreichende Erklärung ergeben haben.

Sie kann aber parallel zur medizinischen Begleitung sinnvoll werden, wenn dich die gesamte Situation zunehmend belastet.


Zum Beispiel, wenn die Beschwerden einen großen Teil deines Alltags bestimmen, die Unsicherheit kaum noch auszuhalten ist oder du zunehmend Angst vor deinem Körper entwickelst.


Auch wenn du selbst bemerkst, dass bestimmte Belastungen, Situationen oder Lebensphasen mit deinen Beschwerden zusammenhängen könnten, kann es sinnvoll sein, diese Ebene genauer anzuschauen.


Dabei gilt:

Du musst nicht davon überzeugt sein, dass deine Beschwerden „psychisch verursacht“ sind, um psychotherapeutische Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

Körperliche Erkrankungen, funktionelle Beschwerden und psychische Belastung können außerdem gleichzeitig bestehen.

Wenn du dich grundsätzlich fragst, ob eine ambulante psychotherapeutische Begleitung bei deinen Beschwerden zu deiner Situation passen könnte, findest du auf meiner Seite zur Therapie bei psychosomatischen Beschwerden in München mehr dazu.





Psychotherapie bei unklaren körperlichen Beschwerden in München: Wie ich arbeite


In meiner Privatpraxis in München-Au geht es nicht darum, möglichst schnell eine psychische Erklärung für körperliche Beschwerden zu finden.

Zunächst schauen wir gemeinsam auf das, was dich gerade tatsächlich beschäftigt:

  • Wie erlebst du deine Beschwerden?

  • Was machen die medizinische Unsicherheit und möglicherweise auch belastende Arztkontakte mit dir?

  • Wie stark beeinflussen die Symptome deinen Alltag?

  • Gibt es Situationen, in denen sie sich verändern?

  • Und welche anderen Belastungen spielen in deinem Leben gerade eine Rolle – falls überhaupt?


Manchmal zeigen sich im Laufe der Therapie Zusammenhänge, die vorher nicht offensichtlich waren. Manchmal bleibt eine körperliche Beschwerde auch körperlich schwer erklärbar.

Beides darf sein.


Je nach Anliegen können zusätzlich Körperwahrnehmung, Achtsamkeit, Atemarbeit und systemische Übungen einfließen. Dabei geht es nicht darum, deinen Körper noch intensiver zu kontrollieren, sondern eher darum, unterschiedliche Körperempfindungen wieder differenzierter wahrnehmen zu können. Mehr dazu erfährst du in meinem Beitrag darüber, wie ich körperorientiertes Arbeiten in die Psychotherapie einbeziehe.


Eine notwendige medizinische Behandlung oder weitere ärztliche Verlaufskontrolle kann und soll dabei selbstverständlich parallel stattfinden.


Die Sitzungen finden in meiner Privatpraxis in München-Au oder online statt.

Wenn du herausfinden möchtest, ob meine therapeutische Begleitung zu deiner Situation passt, kannst du ein kostenfreies Kennenlerntelefonat vereinbaren.




Häufige Fragen zu körperlichen Beschwerden ohne Befund


Kann trotzdem eine körperliche Erkrankung übersehen worden sein?

Keine medizinische Untersuchung kann grundsätzlich jede denkbare Erkrankung ausschließen.

Wie aussagekräftig bisherige Untersuchungen sind und ob weitere Diagnostik sinnvoll ist, hängt von den konkreten Beschwerden, dem bisherigen Verlauf und den durchgeführten Untersuchungen ab.

Deshalb ist es sinnvoll, offene Fragen mit einer Ärztin oder einem Arzt zu besprechen, die beziehungsweise der deine medizinische Situation kennt.


Welcher Arzt ist zuständig, wenn keine Ursache gefunden wird?

Häufig ist die Hausärztin oder der Hausarzt eine gute erste Ansprechperson, weil dort verschiedene Befunde und Facharztberichte zusammengeführt werden können.

Je nach Beschwerden kann zusätzlich eine entsprechende Fachrichtung notwendig sein. Bei länger anhaltenden funktionellen Beschwerden können auch psychosomatische oder psychotherapeutische Angebote ergänzend sinnvoll sein.


Sind normale Blutwerte ein Beweis dafür, dass körperlich alles in Ordnung ist?

Nein. Eine Blutuntersuchung untersucht bestimmte Werte und beantwortet bestimmte medizinische Fragen. Normale Blutwerte sind deshalb ein wichtiger Befund, können aber nicht jede mögliche Ursache körperlicher Beschwerden ausschließen.

Welche Diagnostik bei einem bestimmten Symptom sinnvoll ist, muss individuell ärztlich beurteilt werden.


Was bedeutet „funktionelle Beschwerden“?

Von funktionellen Körperbeschwerden wird gesprochen, wenn körperliche Symptome bestehen, sich aber keine eindeutige körperliche Ursache findet, die sie ausreichend erklärt.

Der Begriff bedeutet nicht, dass die Beschwerden eingebildet sind oder automatisch psychisch verursacht werden. Eine ausführlichere Erklärung findest du in meinem Beitrag über psychosomatische und funktionelle Beschwerden.


Was bedeutet „V. a. somatoforme Störung“ im Arztbrief?

„V. a.“ bedeutet „Verdacht auf“. Mit einer somatoformen Störung bezeichnet die ICD-10 körperliche Beschwerden, für die keine ausreichende organische Erklärung gefunden wird und bei denen psychische beziehungsweise psychosoziale Faktoren für Entstehung oder Verlauf eine Rolle spielen können. Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass die Beschwerden eingebildet sind.

Der Begriff stammt aus einer älteren diagnostischen Logik. Fachlich wird heute stärker versucht, die starre Trennung zwischen „körperlich“ und „psychisch“ zu vermeiden. Häufiger ist deshalb von funktionellen Körperbeschwerden die Rede; die ICD-11 verwendet unter anderem den Begriff Bodily Distress Disorder (Körperbelastungsstörung). Diese neueren Begriffe sind allerdings nicht einfach 1:1 mit der alten Diagnose gleichzusetzen.

Wichtig: „Somatoforme Störung“ wird in Deutschland weiterhin verwendet, weil die ICD-10-GM 2026 die Kategorie F45 nach wie vor enthält. Steht sie als „V. a.“ im Arztbrief, handelt es sich zunächst um einen diagnostischen Verdacht, den du dir von der behandelnden Person genauer erklären lassen kannst.


Kann Psychotherapie helfen, obwohl meine Beschwerden körperlich sind?

Ja, das kann sinnvoll sein. Psychotherapie setzt nicht voraus, dass körperliche Beschwerden ausschließlich psychisch verursacht werden. Sie kann beispielsweise dabei unterstützen, mit der Unsicherheit und der Belastung durch die Beschwerden umzugehen oder mögliche Zusammenhänge mit Stress, Angst oder der aktuellen Lebenssituation zu untersuchen.

Ob und welche psychotherapeutische Unterstützung sinnvoll ist, hängt von der individuellen Situation ab. Wenn du das einmal mit mir besprechen möchtest, kannst du das gerne in einem unverbindlichen Kennenlerntelefonat tun. Dieses ist kostenfrei und dauert ca. 20 Minuten.




Quellen und weiterführende Informationen


Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Unklare körperliche Beschwerden – funktionelle Körperbeschwerden. Aktualisiert April 2026. Gesundheitsinformation.de – Unklare körperliche Beschwerden

IQWiG: Was kann bei unklaren körperlichen Beschwerden helfen? Gesundheitsinformation.de – Was kann helfen?

IQWiG: Anhaltende Beschwerden – Vorbereitung auf das Arztgespräch. Gesundheitsinformation.de – Vorbereitung auf das Arztgespräch

Bundesministerium für Gesundheit / gesund.bund.de: Unklare körperliche Beschwerden – funktionelle Körperbeschwerden. gesund.bund.de – Funktionelle Körperbeschwerden

Treufeldt H, Burton C. Stigmatisation in medical encounters for persistent physical symptoms/functional disorders: Scoping review and thematic synthesis. Patient Education and Counseling, 2024. PubMed




Zur Autorin


Hallo, ich bin Selina, Heilpraktikerin für Psychotherapie. Ich begleite Erwachsene in meiner Privatpraxis für Psychotherapie in München sowie online.


Selina Futterer, Heilpraktikerin für Psychotherapie München, Gesprächstherapie

Grundlage meiner Arbeit ist die personenzentrierte Gesprächstherapie nach Carl Rogers. Je nach Anliegen können ergänzend Meditation und Achtsamkeit, körperorientierte Arbeit, Atemarbeit und systemische Ansätze einfließen.


Mir ist wichtig, psychische Beschwerden nicht vorschnell zu erklären oder nur darauf zu schauen, wie du wieder besser funktionierst. In der Therapie geht es zunächst darum, genauer wahrzunehmen, was du erlebst, Zusammenhänge zu verstehen und gemeinsam herauszufinden, welche Veränderungen für dich stimmig sein können.


Mehr über meinen fachlichen Hintergrund, meine Aus- und Weiterbildungen und meine Arbeitsweise findest du auf der Seite „Über mich“.


Privatpraxis für Psychotherapie nach HeilprG · München und online · Selbstzahlerleistung

50 Minuten: 120 € · 90 Minuten: 210 €


Stand: Oktober 2026

bottom of page