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Panikattacke: Symptome, Ursachen und was wirklich hilft

Aktualisiert: vor 6 Tagen

Warum sie sich so bedrohlich anfühlt und was helfen kann.

Eine Panikattacke kann sich anfühlen, als würde im Körper plötzlich etwas völlig außer Kontrolle geraten. Das Herz rast, der Atem wird sehr flach und der Brustkorb fühlt sich zusammengeschnürt an.


Gewitter, dunkel, Blitze

Der Kopf sucht natürlich sofort nach einer Erklärung und landet schnell bei Gedanken wie: Ich bekomme einen Herzinfarkt. Ich kippe gleich um. Ich verliere die Kontrolle. Ich sterbe.


Für Menschen, die eine Panikattacke erleben, fühlt sich das nicht wie „ein bisschen Angst“ an. Es fühlt sich körperlich real an und kann sich sehr bedrohlich anfühlen - manchmal sogar lebensgefährlich. Und nicht immer weiß die Betroffene sofort, dass es sich bei diesen Empfindungen um eine Panikattacke handelt, die nach einer gewissen Zeit wieder vorbei geht. Genau das sorgt für so große Verunsicherung, wenn es um Panikattacken geht.


In diesem Artikel geht es darum, was eine Panikattacke eigentlich ist, warum sie sich körperlich so heftig anfühlen kann und wie sie mit einer Panikstörung zusammenhängt. Außerdem schauen wir darauf, warum Panikattacken auch bei anderen Angststörungen auftreten können, was während einer Panikattacke helfen kann und wann therapeutische Unterstützung sinnvoll ist.






Was ist eine Panikattacke?


Eine Panikattacke ist eine plötzlich auftretende Welle intensiver Angst.


Brechende Welle, aufbauende Welle intensiver Angst bei Panikattacke

Der Körper geht innerhalb kurzer Zeit in Alarmbereitschaft. Herz, Atmung, Muskeln, Kreislauf und Aufmerksamkeit reagieren, als wäre man einer massiven Gefahr ausgeliefert. Manchmal gibt es einen klar erkennbaren Auslöser und manchmal kommt die Panik scheinbar aus dem Nichts.


Häufig ist auch die Geschwindigkeit so verunsichernd. Eine Panikattacke kann sehr abrupt beginnen und innerhalb weniger Minuten ihren Höhepunkt erreichen. Für Betroffene fühlt es sich dadurch oft so an, als würde der Körper plötzlich komplett die Kontrolle übernehmen. Meist klingt die stärkste Welle nach einiger Zeit wieder ab, auch wenn die Erschöpfung danach noch länger spürbar sein kann.


Manche Menschen erleben einmalig eine Panikattacke in einer besonders belastenden Lebensphase. Andere erleben wiederholt Panikattacken und beginnen irgendwann, Angst vor der nächsten Attacke zu bekommen.




Symptome einer Panikattacke: Was im Körper passiert


Panik zeigt sich oft sehr körperlich.


Typische körperliche Symptome können sein:

  • Herzrasen oder starkes Herzklopfen

  • Atemnot oder das Gefühl, nicht genug Luft zu bekommen

  • Enge im Brustkorb

  • Druck oder Schmerzen in der Brust

  • Schwindel oder Benommenheit

  • Zittern

  • Schwitzen

  • Übelkeit oder ein unruhiger Bauch

  • Kribbeln

  • weiche Knie

  • Hitzewellen oder Kälteschauer

  • das Gefühl, nicht richtig da zu sein oder die Umgebung unwirklich zu erleben


Dazu kommen häufig Gedanken oder Ängste wie:

  • Ich bekomme einen Herzinfarkt.

  • Ich sterbe gleich.

  • Ich werde ohnmächtig.

  • Ich muss mich gleich übergeben.

  • Ich verliere die Kontrolle.

  • Ich werde verrückt.

  • Ich komme hier nicht mehr raus.


Das sind keine harmlosen Gedanken, wenn man mitten in der Panik steckt. Sie wirken in diesem Moment sehr überzeugend.


Genau deshalb ist es so wichtig zu verstehen: Panikattacken fühlen sich nicht nur psychisch an. Sie zeigen sich im Körper, und der Körper kann dabei sehr starke Signale senden.


Disclaimer: Wenn körperliche Symptome neu, sehr stark oder unklar sind, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll. Gerade bei Brustschmerzen, Atemnot, Ohnmachtsgefühl oder Beschwerden, die du nicht einordnen kannst, sollte nicht automatisch von Panik ausgegangen werden, sondern der Ursprung sollte unbedingt ärztlich abgeklärt werden.




Warum viele Menschen während einer Panikattacke an Herzinfarkt oder Sterben denken


Viele Menschen schämen sich im Nachhinein für die Gedanken, die sie während einer Panikattacke hatten. Dabei ist es nachvollziehbar, dass der Kopf nach einer körperlichen Erklärung sucht.


Wenn das Herz rast, der Brustkorb eng wird, der Atem sich verändert und Schwindel dazukommt, liegt der Gedanke an einen Herzinfarkt oder eine schwere körperliche Gefahr für viele sehr nah. Vor allem dann, wenn man so etwas noch nie erlebt hat.


Bei einer Panikattacke entsteht ein Kreislauf:

Der Körper sendet starke Signale --> der Kopf bewertet diese Signale als bedrohlich --> dadurch steigt die Angst --> und mit der Angst werden wiederum die körperlichen Symptome stärker.


Dieser Kreislauf hat nichts damit zu tun, dass du dich übertrieben in etwas hineinsteigerst. Sondern weil dein System versucht, eine Situation zu verstehen, die sich im Körper sehr extrem anfühlt.

Vielleicht kennst du das:

  • Ein schneller Herzschlag ist dann nicht einfach nur ein schneller Herzschlag. Er wird zum Beweis dafür, dass etwas nicht stimmt.

  • Ein enger Atem ist nicht einfach nur ein Zeichen von Aktivierung. Er fühlt sich an wie: Ich bekomme keine Luft.

  • Schwindel fühlt sich nicht an wie ein Symptom von Stress, sondern wie: Ich kippe gleich um.


In der Panik wird der Körper zum Ort der Bedrohung. Und genau das macht diese Erfahrung so eindrücklich.




Panikattacke vs. Paniktörung: Was ist der Unterschied?


Angst, eine Panikattacke und eine Panikstörung liegen nah beieinander. Trotzdem beschreiben sie nicht dasselbe.


Angst ist zunächst eine natürliche Reaktion auf etwas, das unsicher, belastend oder bedrohlich wirkt. Der Körper wird wacher, die Aufmerksamkeit richtet sich auf mögliche Gefahr und man versucht, angemessen zu reagieren.


Eine Panikattacke ist intensiver. Sie kommt meist plötzlich, steigt stark an und ist oft mit intensiven körperlichen Symptomen verbunden: Herzrasen, Atemnot, Schwindel, Zittern oder Engegefühl. Häufig entsteht dabei die Angst, dass gerade etwas Schlimmes passiert: Herzinfarkt, Ohnmacht, Kontrollverlust oder Tod. Eine Panikattacke beschreibt also den akuten Zustand.


Eine Panikstörung beschreibt dagegen ein wiederkehrendes Muster. Nach ICD-10 wird sie unter F41.0 eingeordnet: wiederkehrende schwere Angstattacken, die nicht nur auf eine bestimmte Situation beschränkt sind und deshalb oft unvorhersehbar wirken.

Eine Panikstörung liegt vor allem dann nahe, wenn Panikattacken wiederholt auftreten und die Angst vor der nächsten Attacke selbst zum Problem wird. Dann beginnt man oft, den Körper stärker zu beobachten, Orte zu vermeiden oder nur noch unter bestimmten Bedingungen unterwegs zu sein.


Wichtig ist: Eine Panikattacke ist nicht automatisch eine Panikstörung. Entscheidend ist, ob daraus ein Muster entsteht, das dein Leben einschränkt.






Bei welchen Angststörungen treten Panikattacken auf?


Schriftzug "Same same but different". Panikattacke bei verschiedenen Angststörungen

Eine Panikattacke kann bei verschiedenen Angststörungen auftreten. Sie bedeutet nicht automatisch, dass eine eigenständige Panikstörung vorliegt.

Entscheidend ist der Zusammenhang, in dem die Panik auftritt.




Bei einer Agoraphobie kann Panik in Situationen entstehen, aus denen Flucht schwierig erscheint oder in denen Hilfe nicht schnell verfügbar wirkt. Zum Beispiel in der U-Bahn, im Supermarkt, in Menschenmengen, auf großen Plätzen oder wenn man allein unterwegs ist.


Bei einer sozialen Phobie kann Panik auftreten, wenn Menschen sich stark bewertet, beobachtet oder bloßgestellt fühlen. Zum Beispiel vor einem Vortrag, in einer Gruppe, bei einem Gespräch oder in Situationen, in denen Erröten, Zittern oder Versprechen besonders peinlich erscheinen.


Bei den spezifischen Phobien kann Panik durch einen klaren Auslöser entstehen: ein Tier, eine Spritze, Blut, Höhe, Fliegen, Aufzüge, Übelkeit oder andere konkrete Situationen.


Bei Hypochondrie kann eine Panikattacke durch eine Körperempfindung ausgelöst werden. Ein Herzstolpern, Schwindel, Druck im Brustkorb oder ein ungewohntes Gefühl im Körper wird dann nicht nur wahrgenommen, sondern sofort als Zeichen einer ernsthaften Erkrankung gedeutet.



Bei einer generalisierten Angststörung stehen eher anhaltende Sorgen im Vordergrund. Panikattacken können zusätzlich auftreten, sind dort aber nicht unbedingt das zentrale Merkmal.




Deshalb ist die wichtigste Frage nicht nur: Hatte ich eine Panikattacke?

Sondern auch: Wovor hatte ich in diesem Moment eigentlich Angst?

Vor meinem Körper? Vor Kontrollverlust? Vor Bewertung? Vor Krankheit? Vor einer Situation, aus der ich nicht wegkomme? Oder davor, dass die Panik selbst wiederkommt?

Diese Unterscheidung kann helfen, das eigene Erleben besser einzuordnen.





Angst vor der nächsten Panikattacke: wie der Kreislauf entsteht


Nach einer Panikattacke verändert sich bei vielen Menschen der Blick auf den eigenen Körper.

Man achtet stärker auf den Puls. Beobachtet die Atmung. Prüft, ob Schwindel da ist. Fragt sich, ob das Herz normal schlägt. Körperempfindungen, die früher kaum beachtet wurden, bekommen plötzlich viel Bedeutung.


Daraus kann Angst vor der Angst entstehen. Dann ist nicht mehr nur eine bestimmte Situation beängstigend, sondern die Möglichkeit, dass Panik wiederkommt. Man beginnt, sich abzusichern: Wasser mitnehmen, Handy griffbereit halten, nicht allein fahren, Fluchtwege prüfen, nur mit Begleitung unterwegs sein, bestimmte Orte meiden.

Das ist erstmal verständlich. Wenn etwas so bedrohlich erlebt wurde, versucht dein System, eine Wiederholung zu verhindern.

Kurzfristig kann das beruhigend wirken. Langfristig kann es die Panik aber stärker an dein Leben binden. Denn je mehr du dein Leben um die mögliche nächste Attacke herum organisierst, desto mehr Bedeutung bekommt sie.


So wird die Angst vor der Panik manchmal belastender als die einzelne Panikattacke selbst.



Was hilft sofort bei einer Panikattacke?


Wenn du mitten in einer Panikattacke bist, ist der Kopf oft nicht besonders gut darin, dich zu beruhigen.

Dann hilft es meist wenig, dich selbst innerlich anzuschreien oder dir zu sagen, dass du dich jetzt zusammenreißen musst. Das macht nur noch mehr Druck.


Ein erster Schritt kann sein, zu erkennen, was gerade passiert:

Da ist Panik und mein Körper ist in höchster Alarmbereitschaft.

Ich muss das nicht mögen, aber ich muss es auch nicht zusätzlich bekämpfen.


  • Versuche, dich im Raum zu orientieren.

  • Spüre deine Füße auf dem Boden.

  • Schau dich um.

  • Benenne innerlich, was du siehst.

  • Nimm Kontakt zu etwas auf, das stabil ist: der Stuhl, der Boden, die Wand, deine Hände auf deinen Oberschenkeln.

  • Konzentration auf die Atmung kann helfen: ABER du musst nicht perfekt tief oder ruhig atmen. Manchmal reicht es, den Atem überhaupt wahrzunehmen, ohne ihn sofort verändern zu wollen. Viele Menschen setzen sich durch Atemübungen zusätzlich unter Druck, weil sie denken, sie müssten die Panik jetzt „wegatmen“.


Nackte Füße auf der Wiese, Füße auf dem Boden spüren

Es geht eher darum, deinem System ein kleines Stück Orientierung zu geben. Es kann auch der Satz helfen: Das ist Panik. Es fühlt sich gefährlich an. Aber es ist ein Zustand, der wieder abklingt.




Wann sollte ich wegen Panikattacken therapeutische Hilfe suchen?


Therapeutische Unterstützung kann sinnvoll sein, wenn Panikattacken wiederholt auftreten oder wenn du anfängst, dein Leben um die Panik herum zu organisieren.


Ein paar Hinweise können sein:

  • du hast Angst vor der nächsten Panikattacke

  • du vermeidest bestimmte Orte oder Situationen

  • du beobachtest deinen Körper ständig

  • du brauchst immer mehr Rückversicherung

  • du gehst nur noch unter bestimmten Bedingungen aus dem Haus

  • du fühlst dich deinem Körper ausgeliefert

  • dein Alltag wird kleiner

  • du kommst allein nicht mehr aus dem Kreislauf heraus


Du musst nicht warten, bis gar nichts mehr geht.


Gerade bei Panik ist es oft hilfreich, früh zu verstehen, was passiert. Nicht, weil du „kaputt“ bist, sondern weil Panik sehr schnell dazu führen kann, dass Menschen beginnen, ihr Leben um Sicherheit und Vermeidung herum aufzubauen.





Wie Gesprächstherapie bei Panikattacken unterstützen kann


In der Gesprächstherapie geht es nicht darum, dir einfach zu sagen: „Da passiert schon nichts.“

Denn wenn du Panik erlebst, hat dein Körper längst etwas anderes gefühlt.


Therapeutisches Gespräch, in den Körper spüren

Wir schauen gemeinsam, was in dir passiert, wenn Panik auftaucht. Was zeigt dein Körper? Welche Gedanken kommen? Welche Situationen werden enger? Wovor hast du in der Panik eigentlich Angst? Vor dem Sterben, vor Kontrollverlust, vor Ohnmacht, vor Bewertung, vor dem Alleinsein oder vor deinem eigenen Körper?


Panikattacken haben oft eine starke körperliche Seite. Deshalb kann es hilfreich sein, Körperempfindungen nicht nur als Bedrohung zu betrachten, sondern wieder langsam ein anderes Verhältnis zum eigenen Körper zu entwickeln.


In meiner Arbeit geht es nicht darum, die Panik schnell wegzumachen, damit du wieder funktionierst. Es geht darum, den Kreislauf zu verstehen, in dem dein Körper, deine Gedanken und dein Verhalten miteinander verbunden sind.


Wenn es zu dir passt, können auch Achtsamkeit, Meditation, Körperwahrnehmung oder systemische Impulse als Möglichkeit, dich selbst besser wahrzunehmen, einfließen.


Manchmal geht es auch um die tieferliegende Frage, warum Kontrollverlust so bedrohlich ist. Oder warum dein System so schnell auf Gefahr schaltet. Oder was in deinem Leben schon länger nach Sicherheit, Halt oder Ausdruck sucht.


In meiner Praxis in München Au oder online begleite ich Menschen mit Angst, innerer Unruhe, belastenden Angstzuständen und Panikattacken.

Du brauchst keine fertige Diagnose, um dich bei mir zu melden. Es reicht, wenn du merkst, dass Panik oder Angst zu viel Raum einnehmen und du damit nicht allein bleiben möchtest.


Wenn du dich in diesem Text wiedererkennst, kannst du gerne ein kostenfreies Kennenlerntelefonat vereinbaren. Dann schauen wir gemeinsam, ob meine Begleitung für dich passend ist.



Zur Autorin: Hallo, ich bin Selina, Heilpraktikerin für Psychotherapie.


Ich arbeite mit Einzelpersonen und mit Gruppen in meiner Praxis in München Au und online.


Mein Menschenbild ist von der Überzeugung geprägt, dass jeder Mensch selbst am besten weiß, was für sie oder ihn richtig ist. Ich unterstütze Menschen dabei, genau diese innere Stimme zu finden.


Die von mir angewandte Gesprächstherapie wird untermalt mit Interventionen aus Achtsamkeit & Meditation und Tools aus der Systemik, um innere Wahrheiten für dich sichtbar zu machen.


Selina Futterer, Heilpraktikerin für Psychotherapie, Gesprächstherapie München


Häufige Fragen zu Panikattacken


Habe ich gerade eine Panikattacke?

Eine Panikattacke kann sich durch plötzlich starke Angst und deutliche körperliche Symptome zeigen, zum Beispiel Herzrasen, Atemnot, Engegefühl, Schwindel, Zittern, Schwitzen oder Todesangst. Wenn diese Symptome neu, sehr stark oder unklar sind, solltest du sie trotzdem medizinisch abklären lassen.


Was ist eine Panikattacke?

Eine Panikattacke ist eine plötzlich auftretende Welle intensiver Angst, bei der der Körper stark in Alarmbereitschaft gerät. Sie kann mit Herzrasen, Atemnot, Schwindel, Zittern, Engegefühl, Todesangst oder Angst vor Kontrollverlust verbunden sein.


Was ist der Unterschied zwischen Panikattacke und Panikstörung?

Eine Panikattacke ist ein einzelner akuter Angstanfall. Eine Panikstörung beschreibt ein wiederkehrendes Muster mit wiederholten Panikattacken, häufig verbunden mit der Angst vor weiteren Attacken und zunehmender Vermeidung oder Absicherung.


Sind Panikattacken gefährlich?

Panikattacken fühlen sich oft sehr gefährlich an, weil der Körper stark reagiert. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass tatsächlich eine lebensbedrohliche Situation vorliegt. Trotzdem sollten neue, starke oder unklare körperliche Symptome ärztlich abgeklärt werden.


Warum bekomme ich nachts Panikattacken aus dem Schlaf heraus?

Nächtliche Panikattacken können sich besonders unheimlich anfühlen, weil sie scheinbar ohne Auslöser beginnen. Du schläfst — und plötzlich bist du wach, mit Herzrasen, Atemnot, Schwitzen, Zittern oder starker Angst.

Der Grund ist oft nicht ein bewusster Gedanke, sondern ein plötzlicher Alarm im Körper. Auch im Schlaf arbeitet dein Nervensystem weiter. Wenn es in einen Stress- oder Alarmzustand gerät, kann dein Körper ähnlich reagieren wie bei einer Panikattacke am Tag: Herzschlag und Atmung verändern sich, Anspannung steigt, du wachst erschrocken auf.

Erst danach versucht der Kopf zu verstehen, was passiert. Und weil die körperlichen Symptome so stark sind, entsteht schnell die Bewertung: „Da stimmt etwas nicht.“ Genau diese Bewertung kann die Panik weiter verstärken.

Nächtliche Panikattacken sind also nicht unbedingt ein Zeichen dafür, dass du „im Schlaf Angst gedacht“ hast. Häufig beginnt es eher körperlich: Der Körper schlägt Alarm, und der Kopf deutet diesen Alarm als Gefahr.

Wenn solche Attacken neu auftreten, sehr stark sind oder mit ungewohnten Beschwerden wie Brustschmerzen, Ohnmacht oder starker Atemnot einhergehen, ist eine medizinische Abklärung trotzdem sinnvoll. Auch Schlafstörungen, Atemprobleme oder andere körperliche Ursachen können ähnliche nächtliche Symptome machen.


Warum denke ich bei einer Panikattacke ich könnte sterben?

Während einer Panikattacke reagiert der Körper sehr intensiv. Herzrasen, Atemnot, Brustenge oder Schwindel können sich so bedrohlich anfühlen, dass der Kopf sie als Zeichen von Gefahr deutet. Dadurch entsteht schnell die Angst, zu sterben, ohnmächtig zu werden oder die Kontrolle zu verlieren.


Können Panikattacken auch bei anderen Angststörungen auftreten?

Ja. Panikattacken können im Rahmen verschiedener Angststörungen auftreten, zum Beispiel bei Agoraphobie, sozialer Angst, spezifischen Phobien oder Krankheitsangst. Entscheidend ist, in welchem Zusammenhang die Panik auftritt und worauf sich die Angst eigentlich richtet.


Was kann ich während einer Panikattacke tun?

Es kann helfen, zuerst zu erkennen: Da ist gerade Panik. Dann kannst du dich im Raum orientieren, deine Füße auf dem Boden spüren, den Atem wahrnehmen und Kontakt zu etwas Stabilen aufnehmen. Ziel ist nicht, die Panik sofort wegzumachen, sondern deinem System etwas Orientierung zu geben.


Wann sollte ich mir wegen Panikattacken Hilfe suchen?

Hilfe kann sinnvoll sein, wenn Panikattacken wiederkommen, du Angst vor der nächsten Attacke entwickelst, Situationen vermeidest oder deinen Körper ständig kontrollierst. Spätestens wenn dein Alltag enger wird oder du dich der Panik ausgeliefert fühlst, kann therapeutische Unterstützung entlastend sein.


Können Apps, Podcasts oder Online-Kurse bei Panikattacken helfen?

Apps, Podcasts, Hörbücher oder Online-Kurse können unterstützend sein, zum Beispiel durch Psychoedukation, Atemübungen, Entspannung oder Achtsamkeit. Sie ersetzen aber keine individuelle therapeutische Begleitung, wenn Panikattacken wiederkehren, dein Alltag enger wird oder du aus Angst vor der nächsten Attacke Situationen vermeidest.


Helfen Medikamente bei Panikattacken?

Ob Medikamente bei Panikattacken sinnvoll sind, gehört in ärztliche oder psychiatrische Hand. Bei wiederkehrenden Panikattacken, starker Angst vor der nächsten Attacke oder deutlicher Einschränkung im Alltag kann eine medizinische Abklärung sinnvoll sein. In der Psychotherapie geht es vor allem darum, den Panikkreislauf, die Angst vor körperlichen Symptomen und mögliche Vermeidung besser zu verstehen.

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