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Agoraphobie verstehen: Wenn dir U-Bahn, Supermarkt oder Menschenmengen Angst machen

Du stehst in der U-Bahn, im Supermarkt oder mitten in einer Menschenmenge — und plötzlich kippt etwas. Eben warst du noch unterwegs und jetzt sucht dein Blick den Ausgang. Dein Körper wird unruhig. Du spürst dein Herz, deine Atmung, vielleicht Schwindel oder Druck im Brustkorb. Und noch bevor du genau verstehst, was passiert, ist da der Impuls: Ich muss hier raus.


Nicht immer ist die Angst von außen sichtbar. Manchmal funktionierst du weiter, zahlst an der Kasse, bleibst sitzen, lächelst vielleicht sogar. Aber innerlich ist dein System im Alarm.

Agoraphobie kann dazu führen, dass normale Wege und Orte immer mehr Bedeutung bekommen: U-Bahn fahren, einkaufen, allein unterwegs sein, Menschenmengen, Termine, Reisen oder weiter weg von Zuhause sein.


In diesem Artikel erfährst du, was Agoraphobie ist, wie sie sich im Alltag zeigen kann, warum sie oft mit Panikattacken zusammenhängt und weshalb Vermeidung die Angst langfristig verstärken kann. Außerdem geht es darum, was helfen kann, wann therapeutische Unterstützung sinnvoll sein kann und wie du von einer Gesprächstherapie in meiner Praxis in München-Au profitieren könntest.





Was ist Agoraphobie? Plus der Unterschied zu Platzangst und Klaustrophobie


Agoraphobie ist eine Angststörung, bei der bestimmte Situationen oder Orte starke Angst auslösen können. Häufig betrifft das Menschenmengen, öffentliche Plätze, Verkehrsmittel, Geschäfte, Reisen oder Situationen, in denen man allein unterwegs ist.


Der Begriff wird oft mit „Platzangst“ übersetzt. Das ist etwas missverständlich. Viele Menschen meinen mit Platzangst die Angst vor engen Räumen. Fachlich wäre das eher Klaustrophobie.


Agoraphobie meint nicht einfach Angst vor weiten Plätzen und auch nicht nur Angst davor, das Haus zu verlassen. Entscheidend ist eher: Bestimmte Situationen fühlen sich innerlich nicht mehr sicher an. Man erlebt sie als schwer kontrollierbar, schwer verlassbar oder als zu weit entfernt von vertrauter Sicherheit.


Menschenmenge auf einem öffentlichen Platz; Agoraphobie

In der ICD-10* wird Agoraphobie unter F40.0 eingeordnet. Dort werden unter anderem Menschenmengen, öffentliche Plätze, allein reisen und Reisen mit größerer Entfernung von Zuhause genannt. Agoraphobie kann mit oder ohne Panikattacken auftreten.






Wie äußert sich Agoraphobie im Alltag?


Agoraphobie zeigt sich oft schleichend. Viele merken erst spät, wie sehr sie ihren Alltag bereits angepasst haben.


Vielleicht fährst du nicht mehr mit bestimmten Verkehrsmitteln. Vielleicht gehst du nur noch zu ruhigen Zeiten einkaufen. Vielleicht vermeidest du Warteschlangen, Kinos, Konzerte, volle Restaurants oder größere Plätze. Vielleicht nimmst du Termine nur wahr, wenn jemand mitkommt. Oder du planst Wege so genau, dass möglichst wenig Unvorhersehbares passieren kann.


Infografik: was bei Agoraphobie oft Angst macht, typische Situationen im Alltag: U-Bahn/Bus, Supermarkt/Warteschlange, Menschenmengen, allein unterwegs, weiter weg von Zu Hause, Kino/Konzert/Restaurant


Typisch ist nicht nur die Angst in der Situation selbst, sondern auch die Vorbereitung davor. Du überlegst: Wie komme ich hin? Wie komme ich wieder weg? Gibt es dort eine Toilette? Ist es voll? Kann ich jederzeit raus? Wer könnte mich begleiten? Was mache ich, wenn mir schwindlig wird? Das kann sehr anstrengend werden, weil schon der Gedanke an eine Situation Stress auslöst.


Auch der Körper spielt eine große Rolle. In gefürchteten Situationen können Herzrasen, Schwitzen, Zittern, Atemnot, Engegefühl, Übelkeit, Schwindel, Hitze, Kälteschauer oder Kribbeln auftreten. Manche erleben auch, dass die Umgebung unwirklich wirkt oder sie sich von sich selbst entfernt fühlen.


Dadurch entsteht oft eine zweite Angst: Nicht nur die Situation macht Angst, sondern auch die eigene Körperreaktion. Was, wenn mein Körper gleich wieder so reagiert? Was, wenn andere es merken? Was, wenn ich mich nicht mehr beruhigen kann?


So wird Agoraphobie häufig zu einer Mischung aus Situationsangst, Körperangst und Erwartungsangst.





Agoraphobie und Panikattacken: Warum beides so oft zusammen auftritt


Agoraphobie und Panikattacken treten häufig gemeinsam auf.


Manche Menschen erleben zuerst eine Panikattacke. Vielleicht in der U-Bahn, im Supermarkt, im Auto, auf einem großen Platz oder unterwegs allein. Und danach fühlt sich dieser Ort nicht mehr neutral an. Er ist innerlich wie "markiert".


Nicht unbedingt, weil dort objektiv etwas Gefährliches passiert ist, sondern weil der Körper dort einmal in einen intensiven Alarmzustand geraten ist. Dann entsteht schnell die Angst vor der Angst.

Was, wenn es dort wieder passiert?

Was, wenn ich wieder Herzrasen bekomme?

Was, wenn ich nicht weiß, was ich tun soll?

Was, wenn ich die Situation abbrechen muss?


So kann sich die Angst von einer einzelnen Panikerfahrung auf ganze Bereiche des Alltags ausweiten. Nicht mehr nur die Panikattacke wird gefürchtet, sondern alle Situationen, in denen sie wieder auftreten könnte.


Agoraphobie kann aber auch ohne klare Panikattacken entstehen. Dann steht oft weniger eine einzelne Attacke im Vordergrund, sondern ein allgemeineres Gefühl: Bestimmte Situationen sind zu viel, zu offen, zu voll, zu weit weg oder zu unberechenbar.





Warum verstärkt Vermeidung die Angst zusätzlich?


Vermeidung wirkt kurzfristig logisch. Wenn du nicht in die U-Bahn steigst, bekommst du dort keine Angst. Wenn du nicht in den vollen Supermarkt gehst, musst du die Situation nicht aushalten. Wenn du nur mit Begleitung unterwegs bist, fühlt es sich sicherer an.

Kurzfristig sinkt die Angst. Genau deshalb ist Vermeidung so wirksam — und so tückisch.


Denn langfristig lernt dein inneres System nicht: Ich hätte diese Situation bewältigen können. Es lernt eher: Gut, dass ich sie vermieden habe.

Dadurch wird die Situation beim nächsten Mal nicht harmloser, sondern bedrohlicher. Die Schwelle sinkt. Die Erwartungsangst beginnt früher. Der sichere Bereich wird kleiner.

Erst geht eine bestimmte Strecke nicht mehr. Dann eine Uhrzeit. Dann ein Verkehrsmittel. Dann nur noch mit Begleitung. Dann lieber gar nicht.


Agoraphobie nimmt einem nicht immer sofort das ganze Leben. Oft nimmt sie Stück für Stück Selbstverständlichkeit.

Und genau das ist so belastend: Man verliert nicht nur Orte. Man verliert Spontaneität, Freiheit, soziale Teilhabe und Vertrauen in sich selbst.

Wenn du merkst, dass dein Alltag durch Angst und Vermeidung immer kleiner wird, kann therapeutische Unterstützung sinnvoll sein. In meiner Praxis in München-Au und online können wir gemeinsam anschauen, was deine Angst aufrechterhält und welche nächsten Schritte für dich realistisch sind.






Was sind mögliche Ursachen von Agoraphobie?


Agoraphobie ist nicht nur eine Angst vor U-Bahn, Supermarkt oder Menschenmengen. Diese Situationen sind eher die Bühne, auf der sich etwas Inneres zeigt.


Häufig geht es um Sicherheit. Nicht um Sicherheit im oberflächlichen Sinn, sondern um ein tiefes inneres Gefühl: Kann ich mir selbst vertrauen, wenn es schwierig wird? Kann ich meinem Körper vertrauen? Kann ich mit Angst umgehen, ohne sofort die Kontrolle zu verlieren?


Bei Agoraphobie ist dieses Vertrauen oft erschüttert.

Das kann nach Panikattacken passieren. Wenn der Körper einmal scheinbar aus dem Nichts stark reagiert hat, fühlt er sich danach manchmal unberechenbar an. Dann wird nicht nur die Außenwelt unsicher, sondern auch das eigene Innere.


Es kann auch um Autonomie gehen. Allein unterwegs zu sein bedeutet dann nicht einfach Freiheit, sondern Gefahr. Ohne Begleitung fehlt etwas, das Halt gibt. Nicht, weil man unselbstständig ist, sondern weil das Nervensystem in bestimmten Situationen nicht mehr genug innere Sicherheit findet.


Auch Scham kann eine Rolle spielen. Viele fürchten nicht nur die Angst selbst, sondern auch, dass andere sie bemerken. Dass sie zittern, schwitzen, plötzlich rausmüssen, nicht funktionieren, sich übergeben, oder schlagartig die Toilette benutzen müssen. Dann wird nicht nur die Situation bedrohlich, sondern auch die Vorstellung, sichtbar die Kontrolle zu verlieren.


Und manchmal berührt Agoraphobie ein tieferes Gefühl von Ausgeliefertsein.

Nicht wegkönnen. Niemanden erreichen. Dem Körper ausgeliefert sein. Dem Blick anderer ausgeliefert sein. Einer Situation ausgeliefert sein, die sich zu groß anfühlt.




Welche Rolle spielen frühere Erfahrungen bei Agoraphobie?


Solche Gefühle entstehen meist nicht einfach so. Manche Menschen kennen es schon lange, innerlich wachsam zu sein, sich absichern zu müssen oder nicht selbstverständlich darauf zu vertrauen, dass Hilfe da ist.


Vielleicht gab es früh Situationen, in denen sie sich allein, überfordert, ausgeliefert oder beschämt gefühlt haben. Vielleicht mussten sie funktionieren, obwohl innerlich etwas zu viel war. Vielleicht war es wichtig, Stimmungen anderer zu lesen, Kontrolle zu behalten oder möglichst nicht aufzufallen.


Auch belastende Erfahrungen, frühere Panikattacken, medizinische Notfälle, Verluste, Bindungsunsicherheit oder traumatische Erfahrungen können dazu beitragen, dass das Nervensystem später schneller Alarm schlägt.


Dann kann eine Agoraphobie Ausdruck eines Systems sein, das gelernt hat: Ich muss besonders aufpassen. Ich darf nicht die Kontrolle verlieren. Ich darf nicht hilflos werden. Ich muss einen Ausweg haben.


Das bedeutet nicht, dass Agoraphobie immer eine klare Ursache in der Kindheit oder in einem Trauma haben muss. Oft kommen mehrere Ebenen zusammen: Körperangst, Panikerfahrungen, Stress, Überforderung, alte Schutzmuster, fehlendes Vertrauen und das Bedürfnis, sich abzusichern.


Wichtig ist: Die Angst ist nicht einfach „unlogisch“. Sie folgt einer inneren Logik.

Sie versucht, dich vor Kontrollverlust, Überforderung oder Ausgeliefertsein zu schützen. Nur wird dieser Schutz mit der Zeit selbst zum Problem.




Was kann bei Agoraphobie helfen?


Bei Agoraphobie ist es oft nicht hilfreich, sich einfach zu zwingen: „Ich muss da jetzt durch.“

Manchmal kann das sogar überfordern. Gleichzeitig hilft es langfristig meist auch nicht, immer weiter zu vermeiden.


Wichtig ist ein Weg dazwischen: ehrlich hinsehen, was passiert, und dann in realistischen Schritten wieder mehr Handlungsspielraum entwickeln.


Ein erster Schritt kann sein, die eigenen Muster zu erkennen:

Welche Situationen vermeidest du?

Welche Wege gehst du nur noch mit Begleitung?

Welche Sicherheitsstrategien brauchst du?

Welche Orte fühlen sich noch möglich an — und welche nicht mehr?


Hilfreich kann auch sein, Körperreaktionen besser zu verstehen. Herzrasen, Schwindel oder Atemnot fühlen sich bedrohlich an, sind aber bei Angst nicht automatisch ein Zeichen von Gefahr. Wenn du verstehst, was in deinem Körper passiert, kann ein Teil der zusätzlichen Angst nachlassen.


Fachlich spielt bei Agoraphobie häufig die schrittweise Annäherung an gefürchtete Situationen eine Rolle.

Die S3-Leitlinie zur Behandlung von Angststörungen nennt für Panikstörung/Agoraphobie unter anderem psychotherapeutische Behandlungsansätze und ordnet Exposition als wichtigen therapeutischen Bestandteil ein. Für diesen Artikel ist dabei vor allem wichtig: Exposition bedeutet nicht, sich blind zu überfordern, sondern gefürchtete Situationen therapeutisch begleitet und dosiert wieder aufzusuchen.


Auch Apps, Bücher, Online-Programme oder Selbsthilfegruppen können unterstützen, zum Beispiel durch Wissen, Übungen oder das Gefühl, nicht allein zu sein. Sie ersetzen aber nicht immer eine individuelle therapeutische Begleitung, vor allem wenn Vermeidung und Angst den Alltag stark einschränken.


Entscheidend ist, Schritt für Schritt wieder mehr Vertrauen aufzubauen: In deinen Körper, deine Wahrnehmung, deine Fähigkeit, Angst zu erleben, ohne dass dein Leben sich immer weiter verengen muss.


Bei Agoraphobie hilft es meistens nicht, sich einfach zu sagen: „Ich muss da jetzt durch.“ Das kann zu viel sein. Und wenn eine Situation sich zu überwältigend anfühlt, kann das dazu führen, dass die Angst danach noch stärker wird.


Genauso wenig hilft es langfristig, sich immer weiter zurückzuziehen. Der hilfreiche Weg liegt oft dazwischen: die Angst ernst nehmen, ohne ihr die gesamte Richtung zu überlassen.


Ein erster Schritt ist, die eigene Angst genauer zu verstehen. Nicht nur: Wovor habe ich Angst? Sondern: Was befürchte ich in dieser Situation genau?

Dass du nicht rauskommst?

Dass dein Körper reagiert?

Dass andere etwas merken?

Dass du allein nicht zurechtkommst?

Dass du dich nicht beruhigen kannst?


Je genauer du verstehst, wovor dein System dich schützen will, desto gezielter kannst du damit arbeiten.


Ein zweiter wichtiger Schritt ist, dein Sicherheitsverhalten zu erkennen. Das sind Dinge, die kurzfristig beruhigen: Begleitung, Fluchtwege prüfen, bestimmte Plätze meiden, nur zu bestimmten Zeiten gehen, Wasser oder Medikamente dabeihaben, ständig das Handy bereithalten.


Solche Strategien sind verständlich und sie müssen auch nicht von heute auf morgen wegfallen. Aber sie können die Angst langfristig mit aufrechterhalten, wenn dein System nur noch mit diesen Hilfen glaubt, sicher zu sein.


Auch der Körper spielt eine Rolle in der Veränderung, denn Agoraphobie ist nicht nur ein Gedanke: Sie ist eine körperlich erlebte Angst. Deshalb kann es hilfreich sein, die eigenen Körperreaktionen besser zu verstehen: Herzrasen, Schwindel oder Atemnot sind bei Angst nicht automatisch gefährlich. Sie sind Zeichen eines aktivierten Alarmsystems.


Fachlich spielt bei Agoraphobie häufig die schrittweise Annäherung an gefürchtete Situationen eine Rolle. Oft wird das Exposition genannt. Wichtig ist aber: Das bedeutet nicht, sich brutal in Situationen zu werfen und „durchzuhalten“. Sinnvoller ist ein dosierter Aufbau, bei dem du lernst, Angst wahrzunehmen, im Kontakt mit dir zu bleiben und nicht sofort in alte Sicherheitsmuster zu rutschen.


Auch Apps, Bücher, Online-Programme oder Selbsthilfegruppen können unterstützen. Sie können Wissen vermitteln, Übungen anbieten oder das Gefühl geben, nicht allein zu sein. Wenn Agoraphobie den Alltag stark einschränkt, ersetzen sie aber oft keine individuelle therapeutische Begleitung.


Das Ziel ist nicht, nie wieder Angst zu spüren. Das Ziel ist, wieder mehr Vertrauen aufzubauen: in deinen Körper, in deine Handlungsfähigkeit und in deine Fähigkeit, Angst zu erleben, ohne dass sie dein Leben immer weiter verkleinert.



Wann ist Therapie bei Agoraphobie sinnvoll? Und wie kann Gesprächstherapie unterstützen?


Therapie kann sinnvoll sein, wenn Agoraphobie deinen Alltag einschränkt.

Zum Beispiel, wenn du bestimmte Wege, Verkehrsmittel oder Orte vermeidest. Wenn du nur noch mit Begleitung unterwegs bist. Wenn du Termine absagst. Wenn dein Bewegungsradius kleiner wird. Oder wenn schon die Vorstellung einer Situation starke Angst auslöst.


In der Gesprächstherapie geht es dann nicht darum, dich einfach zu überreden, wieder mehr zu machen, sondern es geht darum, zu verstehen, was in diesen Situationen innerlich passiert.



In meiner Arbeit schauen wir nicht nur auf das äußere Verhalten, sondern auch auf das Erleben dahinter: Körpervertrauen, Kontrolle, Scham, Alleinsein, Überforderung und Angst vor der Angst.

Wenn es zu dir passt, können auch Achtsamkeit, Körperwahrnehmung, Meditation oder systemische Impulse einfließen um deine Wahrnehmung zu trainieren.


In meiner Praxis in München-Au und online begleite ich Menschen mit Angst, Panik, innerer Unruhe und Vermeidung. Du brauchst keine fertige Diagnose, um dich bei mir zu melden. Es reicht, wenn du merkst, dass Angst deinen Alltag enger macht und du damit nicht allein bleiben möchtest.


Wenn du dich in diesem Text wiedererkennst, kannst du gerne ein kostenfreies Kennenlerntelefonat vereinbaren. Dann schauen wir gemeinsam, ob meine Begleitung für dich passend ist.





Zur Autorin: Hallo, ich bin Selina, Heilpraktikerin für Psychotherapie.

Ich arbeite mit Einzelpersonen und mit Gruppen in meiner Praxis in München-Au und online.


Mein Menschenbild ist von der Überzeugung geprägt, dass jeder Mensch selbst am besten weiß, was für sie oder ihn richtig ist. Ich unterstütze Menschen dabei, genau diese innere Stimme zu finden.

Die von mir angewandte Gesprächstherapie wird untermalt mit Interventionen aus Achtsamkeit & Meditation und Tools aus der Systemik, um innere Wahrheiten für dich sichtbar zu machen.

Bild der Autorin: Selina Futterer, Heilpraktikerin für Psychotherapie


Häufige Fragen zu Agoraphobie


Was ist Agoraphobie?

Agoraphobie ist eine Angststörung, bei der bestimmte Orte oder Situationen starke Angst auslösen können. Häufig betrifft das Menschenmengen, öffentliche Plätze, Verkehrsmittel, Geschäfte, Reisen oder Situationen, in denen man allein unterwegs ist. Im Vordergrund steht oft die Angst, in der Situation nicht gut wegzukommen, keine Hilfe zu bekommen oder die Kontrolle zu verlieren.


Ist Agoraphobie dasselbe wie Platzangst?

Agoraphobie wird häufig mit Platzangst übersetzt. Das ist aber missverständlich, weil viele Menschen mit Platzangst eher die Angst vor engen Räumen meinen. Fachlich geht es bei Agoraphobie eher um Situationen, die sich unsicher, schwer verlassbar oder schwer kontrollierbar anfühlen. Die Angst vor engen Räumen heißt eher Klaustrophobie.


Woran erkennt man Agoraphobie?

Agoraphobie kann sich zeigen, wenn du öffentliche Verkehrsmittel, Supermärkte, Warteschlangen, Menschenmengen, große Plätze oder Wege allein zunehmend vermeidest. Oft kommen körperliche Symptome wie Herzrasen, Schwindel, Atemnot, Schwitzen, Zittern oder Übelkeit dazu. Auch starke Vorbereitung, Fluchtweg-Checken oder der Wunsch nach Begleitung können Hinweise sein.


Warum bekomme ich Angst in der U-Bahn, im Supermarkt oder in Menschenmengen?

Solche Situationen können Angst auslösen, weil sie sich schwer kontrollierbar anfühlen. Du bist nicht sofort allein, nicht sofort draußen oder nicht sofort an einem vertrauten Ort. Wenn dein Körper dann mit Herzrasen, Schwindel oder Atemnot reagiert, entsteht schnell die Befürchtung, dass etwas passieren könnte. Dadurch wird die Situation beim nächsten Mal oft noch angespannter.


Warum habe ich Angst, allein rauszugehen?

Allein unterwegs zu sein kann bei Agoraphobie besonders belastend sein, weil die vertraute Absicherung fehlt. Es geht dann nicht unbedingt darum, nicht selbstständig zu sein. Häufig steht eher die Frage im Hintergrund: Was, wenn Angst kommt und niemand da ist? Dadurch kann Begleitung kurzfristig beruhigen, langfristig aber auch zur wichtigsten Sicherheitsstrategie werden.


Was ist der Unterschied zwischen Agoraphobie und Panikstörung?

Bei einer Panikstörung stehen wiederkehrende Panikattacken im Vordergrund. Bei Agoraphobie geht es stärker um bestimmte Situationen oder Orte, die aus Angst vor Panik, Kontrollverlust oder fehlender Sicherheit vermieden werden. Beides kann zusammen auftreten: Nach einer Panikattacke können Orte gemieden werden, an denen die Angst wiederkommen könnte.


Kann Agoraphobie auch ohne Panikattacken auftreten?

Ja. Agoraphobie kann mit oder ohne Panikattacken auftreten. Manche Menschen haben keine klar abgegrenzten Panikattacken, erleben aber trotzdem starke Angst in bestimmten Situationen: zum Beispiel in Menschenmengen, öffentlichen Verkehrsmitteln, beim Einkaufen, auf Reisen oder allein unterwegs.


Was hilft bei Agoraphobie im Alltag?

Hilfreich kann sein, Vermeidungsmuster und Sicherheitsstrategien bewusst zu erkennen: Welche Orte meidest du? Wann brauchst du Begleitung? Welche Wege planst du besonders genau? Wichtig ist, sich nicht brutal zu überfordern, aber auch nicht dauerhaft nur zu vermeiden. Kleine, realistische Schritte können helfen, wieder Vertrauen aufzubauen.


Welche Therapie hilft bei Agoraphobie?

Fachlich spielt bei Agoraphobie häufig eine schrittweise Annäherung an gefürchtete Situationen eine Rolle, oft Exposition genannt. Wichtig ist, dass das nicht als bloßes „Augen zu und durch“ verstanden wird. In der Therapie kann es darum gehen, Angst, Körperreaktionen, Sicherheitsverhalten und innere Muster besser zu verstehen und neue Erfahrungen in einem passenden Tempo aufzubauen.


Kann man Agoraphobie überwinden?

Agoraphobie kann sich deutlich verbessern, vor allem wenn Vermeidungsmuster erkannt und neue Erfahrungen aufgebaut werden. Dabei geht es nicht darum, nie wieder Angst zu spüren, sondern wieder mehr Bewegungsfreiheit und Vertrauen zu entwickeln. Je stärker der Alltag bereits eingeschränkt ist, desto sinnvoller kann therapeutische Unterstützung sein.


Helfen Online-Therapie, Apps oder Bücher bei Agoraphobie?

Online-Therapie, Apps, Bücher oder Selbsthilfegruppen können unterstützen, zum Beispiel durch Wissen, Übungen oder erste Orientierung. Wenn Agoraphobie den Alltag stark einschränkt, ersetzt reine Selbsthilfe aber oft keine individuelle therapeutische Begleitung. Besonders wichtig ist, dass Hilfe nicht nur beruhigt, sondern langfristig Vermeidung reduziert.


Helfen Medikamente bei Agoraphobie?

Ob Medikamente bei Agoraphobie sinnvoll sind, gehört in ärztliche oder psychiatrische Hand. Bei starker Angst, wiederkehrenden Panikattacken oder deutlicher Einschränkung im Alltag kann eine medizinische Abklärung sinnvoll sein. Psychotherapie kann zusätzlich helfen, Angst, Vermeidung und Sicherheitsverhalten besser zu verstehen.


Übernimmt die Krankenkasse eine Therapie bei Agoraphobie?

Das hängt von der Behandlungsform, der Versicherung und dem therapeutischen Setting ab. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen in der Regel nur bestimmte Richtlinienverfahren bei approbierten Psychotherapeutinnen. In meiner Privatpraxis in München nach dem Heilpraktikergesetz arbeite ich mit selbstzahlenden Menschen sowie privat Versicherten.


Wann ist Therapie bei Agoraphobie sinnvoll?

Therapie kann sinnvoll sein, wenn du immer mehr Situationen vermeidest, nur noch mit Begleitung unterwegs bist, dein Bewegungsradius kleiner wird oder die Angst vor Panik und Kontrollverlust deinen Alltag bestimmt. Du musst nicht warten, bis gar nichts mehr geht. Oft ist es hilfreich, früher hinzuschauen.

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